Sich wohlfühlen? Wie nur?

„Wohlbefinden“ was ist das eigentlich? Auf jeden Fall ein Schlüsselbegriff der heutigen Zeit meint Google. Es ist die Rede vom geistigen, körperlichen und sozialen Wohlbefinden, von Work-Life-Balance, von Gesundheit und Ernährung und, und, und … Ich denke, man kann in dieses eine Wort extrem viel reininterpretieren, doch wer weiß tatsächlich, wie man es auch für sich selbst erlangt?

Vor einigen Jahren habe ich angefangen diese Frage für mich zu klären. Natürlich nicht weil ich dachte in meinen Leben rennt etwas falsch. Ganz im Gegenteil dachte ich, es könnte nicht besser sein und stand trotzdem kurz vor dem nervlichen Kollaps.

Wie das? Na, ganz einfach: ich war so überbeschäftigt, dass ich gar nicht mitbekommen hatte, dass ich eigentlich nur noch überfordert war und keine Zeit hatte mal durchzuatmen. Krank sein? Geht nicht, wer soll denn bitte sonst meine Arbeit machen? Allein sein? Wie denn, wenn sich Familie und Freunden schon hinten anstellen müssen. Gesunde Ernährung? Keine Zeit, ein schneller Snack zwischendurch muss reichen. Und irgendwann sitzt man hyperventilierend auf der Couch und weiß nicht mehr, wie man das alles noch schaffen soll. Von Wohlbefinden keine Spur, also was tun? Wie soll man aus diesem Wahnsinn wieder rauskommen? Schreiend davonlaufen war eine Möglichkeit, mit der ich geliebäugelt habe. Doch unbedachte Handlungen im Affekt sind ja meinst keine dauerhaft guten Lösungen, deswegen habe ich mich für tief Durchatmen entschieden und mir einige Verhaltensweisen angewöhnt, um nicht mehr in die Stressfalle zu tappen.

Klingt ganz easy? Tja, klingt nur so. Es ist hart, den Alltag und das angewöhnte Verhalten umzukrempeln. Aber wenn man nicht anfängt wird man auch nicht weiterkommen. Also einfach mal einen Schritt nach dem anderen. Und falls es mal wieder 3 Schritte zurück gehn sollte, und das wird es bestimmt, keine Wuntanfälle bekommen, weitermachen!

Zeit für mich
Mein größtes „Problem“ in dieser Zeit war mit Sicherheit, dass ich mir kaum Zeit für mich selber genommen habe. Einfach mal allein mit meinen Gedanken sein, ohne jegliche Ablenkung, das hatte ich total vernachlässigt. Dafür habe ich aber mittlerweile eine gute Lösung gefunden. Ich habe ein paar kleine Rituale in meinen Alltag eingeführt, die nur für mich gedacht sind und bei denen ich bewusst Zeit allein verbringe und versuche zur Ruhe zu kommen. 

In der Früh mache ich mir gemütlich einen Kaffee und lese ein paar Seite in meinem Buch, bevor ich zu spät aufstehe und mich in die Arbeit hetze. In der Arbeit versuche ich, die Pausen nicht zu vergessen. Die meisten davon verbringe ich mit meinen Kollegen, doch ab und zu gehe ich alleine auf Pause, um ein paar Seiten zu lesen oder einfach meinen Gedanken nachzuhängen. Das macht den Kopf frei und die Arbeit kommt mir nur noch halb so stressig vor.

 

 

Zu Hause versuche ich mir immer wieder ein paar Minuten rauszuschlagen, ob im Sommer mal gemütlich im Garten herumhängen, ein Weilchen lesen oder einen Spaziergang machen. Eine kurze Auszeit tut immer recht gut.

Am Abend gehe ich alleine ins Bad. Duschen, Zähneputzen, Eincremen usw. eignet sich hervorragend um über den Tag nachzudenken und alles nochmal revue passieren zu lassen. So kann ich es ganz gut verhindern, dass meine Gedanken im Bett Achterbahn fahren. 

Im Bett lese ich dann immer noch ein paar Seiten bevor ich einschlafe. Das lenkt mich von allen Gedanken ab und lässt mich abschalten. So schlafe ich ruhig ein, ohne alle möglichen und unmöglichen Probleme zu wälzen, die mich vom Schlafen abhalten.

Zeit für meine Liebsten
Was früher auf jeden Fall zu kurz gekommen ist war die Zeit mit Familie und Freunden. Ich habe mich zwar mit meinen Lieben getroffen, aber ich war mit meinem Kopf immer irgendwo und habe es nie bewusst genossen. Ich war eher gehetzt, immer am Handy und eigentlich schon am Sprung zum nächsten „Termin“. Heute mache ich mir einfach nicht so viel auf einmal aus und nehme mir bewusst Zeit, wenn ich mich mit jemandem treffen. Das Wichtigste: das Handy bleibt in der Tasche. So kann ich mich auf mein Gegenüber konzentrieren und Spaß haben. Ausserdem beschwert sich keiner mehr, dass ich mit glasigem Blick und offenem Mund Löcher in die Tischplatte starre, weil ich in Wirklichkeit gerade das nächste Arbeitsmeeting im Geiste durchgehe.

 

 

Wieder bewusst auf den Körper achten
Was ich gravierend geändert habe ist das Bewusstsein für meinen Körper. Durch ungesunde und unregelmäßige Ernährung habe ich mir eine furchtbar lästige Intoleranz verpasst und muss nun sowieso sehr aufpassen was ich esse. Wegen zu wenig Bewegung, zu viel Stress und Sitzen habe ich Probleme mit meinem Rücken. Zugegeben, ich bin noch nicht 80 und es ist nicht zu spät, hier wieder entgegenzuwirken, aber es wäre einfach nicht notwendig gewesen. Deswegen koche ich jetzt immer frisch, versuche regelmäßig zu essen, und auch wenn ich mal nur Zeit für einen Snack habe, schaue ich, dass es etwas Gesundes ist (oder zumindest halbwegs gesund). Ausserdem habe ich mir eine Trinkflasche zugelegt und trage sie immer bei mir, damit ich genug trinke. Ich habe mich auch wieder im Fitness-Studio angemeldet und besuche ein paar Gruppenkurse, um meinem Körper fit zu halten. Dadurch habe ich auch meine Rückprobleme wieder in den Griff bekommen.

Die „macht mich glücklich“ Liste
Zu guter Letzt habe ich mir noch eine Liste angelegt mit allem, was mich glücklich macht. Da hat jeder seine eigenen Vorlieben. Bei mir ist es Sport, Lesen, Musik, Backen und noch ganz viel mehr. Ich baue konsequent mindestens 3 Punkte von dieser Liste in meinen Wochenalltag ein. Ob es nun Zeit für mich ist, in der ich lese oder Musik höre, Spaß mit Freunden und Familie, Ausflüge in die Natur oder Sport. Wichtig ist, dass ich es ganz bewusst genieße und mit dem Kopf voll dabei bin.  

 

 

 

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